Schleswig-Holstein im Bundesvergleich: An der Bildung wird gespart

Während die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen überdurchschnittlich viel Geld in ihre Bildungseinrichtungen investieren, hinkt Schleswig-Holstein weit hinterher - nur Nordrhein-Westfalen gibt, gemessen an den Schülerzahlen, noch weniger aus.
Auch in anderer Hinsicht hält Schleswig-Holstein einen traurigen Rekord: In keinem Bundesland können weniger Schülerinnen und Schüler eine freie Schule besuchen. Das geplante Schulgesetz der Großen Koalition stellt die freien Schulen noch weiter ins Abseits. Zufall, Irrtum oder Absicht?
Zitate - Schule, Staat und mündige Bürgergesellschaft
Kiel, November 2007 (hku) - Vor anderthalb Jahrhunderten (1864) verlor das Königreich Dänemark beim Deutsch-Dänischen Krieg einen bedeutenden Teil seines Territoriums. Der Krieg hatte das Land bis zum Äußersten strapaziert und es stand vor einer wirtschaftlichen Katastrophe. Wie reagierte König Christian IX? - Er verdoppelte die Bildungsausgaben und rechtfertigte dies vor seinem entsetzten Kabinett mit den Worten: "Arm sind wir schon! Wenn wir jetzt auch noch dumm werden, haben wir das Recht auf einen eigenen Staat verloren."
Abschnitt V der schleswig-holsteinischen Landesverfassung (gültig seit 1. August 1990)
Recht auf Bildung
Artikel 26 der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen.
- Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Der Unterricht muss wenigstens in den Elementar- und Grundschulen unentgeltlich sein. Der Elementarunterricht ist obligatorisch. Fachlicher und beruflicher Unterricht soll allgemein zugänglich sein; die höheren Studien sollen allen nach Maßgabe ihrer Fähigkeiten und Leistungen in gleicher Weise offen stehen.
- Die Ausbildung soll die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziele haben. Sie soll Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen fördern und die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen.
- In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden Bildung zu bestimmen.
Genehmigt und verkündet von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) am 10. Dezember 1948
Am 14.3.1984 forderte das Europäische Parlament "... für den Bereich der Europäischen Gemeinschaft die Anerkennung folgender Grundsätze
Erklärung der Grundrechte und Grundfreiheiten
Europäisches Parlament: "Erklärung der Grundrechte und Grundfreiheiten" vom 12.04.1989
Artikel 16: Recht auf Bildung
- Jeder hat das Recht auf Bildung und Ausbildung gemäss seinen Fähigkeiten.
- Die freie Schulwahl ist gewährleistet.
- Das Recht der Eltern auf Erziehung der Kinder gemäss ihren religiösen und weltanschaulichen
Überzeugungen wird gewährleistet.

